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Dampfschlepper
HERBERT
von
1920
Hauke
Behn

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Irgendwann, lange nach den Bau meines Kutters NORDSTERN, war ich
wieder einmal vom Baufieber gepackt worden. Mein Wunsch war es, mal
einen richtigen Oldtimer zu bauen. Durch Zufall kam ich an Fotos der
Hercules II. Mir gefiel das Schiff so gut, dass ich mich zunächst
entschloss, diesen alten Schlepper zu bauen.
Gesagt, getan! Zuerst fertigte ich den
kompletten Aufbau aus Flugzeugsperrholz und den großen Schornstein aus
einem Kunststoffrohr. Als der Rohbau dann fertig und lackiert war,
ging es an den Rumpf. Er sollte in der herkömmlichen Spantbauweise
gebaut werden und letztlich stand das Spantgerippe fertig zum
Beplanken auf meinem Arbeitstisch. Jetzt machte ich mir das erste Mal
richtige Gedanken wie ich es am besten anstellte, denn ich wollte den
kompletten Rumpf mit Nieten versehen. Je intensiver meine Gedanken
kreisten, je mulmiger wurde mir bei der Vorstellung, ein paar 1000
Kupfernieten einzubohren und von innen zu laminieren. Ich sah mich
schon als alter Mann mit Bart auf meinen Hocker sitzen und ein Ende
war nicht abzusehen. Also blätterte ich ein bisschen im Internet auf
Ralph Reinhold seiner Webseite
www.schiffe-boote-modellbau.de und fand dort eine Modellbaufirma
in Belgien, die günstige
Fertigrümpfe aus
GFK herstellte. Ich fand auf Anhieb einen Rumpf des Schleppers Thames
IV, der der Hercules II sehr nahe kam.
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Das tollste, er war komplett mit Nieten versehen und hatte sogar einen
fertig einlaminierten Wellentunnel aus Messing und ein einsetzbares Deck.
Natürlich auch mit Nieten. Der Preis war so günstig, dass ich ihn gleich
bestellte. Nach ca. 6 Wochen kam das Teil dann an und ich staunte nur noch
Bauklötze. Solche Qualität, zu so einen Preis, habe ich noch nirgendwo
gesehen.
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Nachdem ich dann mit dem Rumpf in meinen Bastelkeller gerast bin, kam
das so genannte böse Erwachen. Der Rumpf war zwar in der Länge und von
der Seite identisch mit dem der HERCULES II, aberer
war gute 6 cm
breiter. Was sollte ich jetzt mit meinem Aufbau der HERCULES II
machen? Der passte nämlich weder in der Länge noch in der Breite. Also
setzte ich den fertigen Aufbau ins Ebay und hatte das Glück einen
guten Preis zu erzielen. Von dem Erlös kaufte ich mir dann den
THAMES IV Aufbau von Hasse. Der Aufbau war auch genietet, allerdings
im Vergleich zu dem Rumpf aus Belgien sauteuer.
Leider stellt der Belgier keinen Aufbau aus
GFK her.
Nun
hatte ich zum ersten Mal in meiner Zeit als Modellbauer und das sind
immerhin gute 45 Jahre, einen Rumpf und einen Aufbau, den ich nicht
selbst gebaut hatte. Im nach hinein muss ich aber zugeben, dass ich
die Teile nicht hätte besser bauen können und enorm lange Arbeitszeit
eingespart habe. Jetzt wollte ich aber bauen, jedoch weder die
HERCULESS II, noch die THAMES IV. Das vorhandene lud geradezu ein,
selbst einen Schiffstyp zu entwickeln. Ein bisschen HERCULES, ein
bisschen THAMES IV und ein bisschen von mir.
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Ich begann mit dem Einbau der Kugelgelagerten Welle, die mir mein Freund
Jürgen Burger speziell für diesen Schlepper auf seiner Drehbank
herstellte. Dank der vorhandenen Führungswelle hatte ich gleich die
richtige Flucht und konnte somit die Welle sofort einlaminieren. Danach
kam die Kupplung und der Lüftermotor von Ralph Reinhold. Der Motor hat ein
enormes Drehmoment und nur ca. 3200 U/min.
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Das
Drehmoment braucht er auch, da ich einen 86ger 4 Blatt Propeller mit
einer Steigung von 102 % von Propshop draufsetzte. übrigens der
gleiche Propeller, mit der auch die NORDSTERN angetrieben wird.
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Anschließend fertigte ich
das riesige
Ruderblatt und verband es mit einem 11 kg / 60 Servo. Die Kraft des
Servos war voll ausreichend, wie ich später
feststellen sollte. |

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Als das
alles eingebaut war, wurde das Deck einlaminiert. Das erforderte
allerdings noch einige Nacharbeiten, weil es nicht so recht passen
wollte. Zuerst wurde innen am Rumpf der Abstand vom Schanzleid zum
Deck ausgelotet und dann für das Deck eine solide Auflagefläche
einlaminiert. Hier musste
man etwas zaubern, da das Deck einen
gewölbten Decksprung
hat und hinten und vorne hochgezogen ist. Doch nach einigem hin und her,
war es dann endlich geschafft. |
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Nun konnte mit den Speigatts begonnen werden. Zuerst wurde
eine Sperrholzschablone gefertigt. Mit ihr wwürden dann die Konturen
außen am Rumpf übeitragen. Anschließend wurde gebohrt,
gefräst und geschliffen.
Dann wurden 2,5 breite und 1mm starke Kupferstreifen geschnitten und
über die Schablone gebogen. Das ging relativ einfach und zugig. Danach
wurden in entsprechenden Abständen 0,8mm Löcher in das Kupfer gebohrt
und jeweils drei Messingstäbe eingelötet. Das ganze wurde dann in die
Öffnungen der Speigatts geklebt. |

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Das war dann auch erledigt und ich
konnte mich an die Schanzkleidstützen wagen. Iimmerhin 60 an der Zahl!
Zuerst musste aber die Innenseite des Schanzkleides geglättet werden,
da es ja noch aus rohen GFK bestand. Um mir die Mühe des Spachteln und
Schleifens zu ersparen kam ich auf folgende Idee. Im Baumarkt holte
ich mir eine Rolle Umleimer aus Echtholz Buche, die man mit Hilfe
eines Bügeleisen oder, wie in meinem Fall, mit einem Heißluftfön
anbringen konnte. Echtholz Umleimer aus dem Grund, weil ich ja aus
Holz die Schanzkleidstützen fertigen und darauf verleimen wollte. Das
geht natürlich nicht mit Kunststoff-Umleimer. Und was soll ich sagen, es
klappte, bis auf ein paar etwas gegrillte Fingerspitzen wie
geschmiert. |
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Die
Innenseite des Schanzkleides war glatt wie ein Babypopo und wurde,
nachdem die Stützen aufgeklebt waren, mit einem Porenfüller versehen,
um später eine glatte Lackierung hinzubekommen, ohne dass man die Poren
des Holzes sah. |
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Als auch dieser Arbeitsgang fertig war, wurden die Handläufe auf das
Schanzkleid gefertigt. Dazu nahm ich Buchenleisten in entsprechender
Starke und versah sie mit meiner Proxxonkreissäge mit einer Nute.
Anschließend wurde die Leiste gewässert und unter der Hitze des
Heißluftföns vorgebogen. Danach wurden sie mit UHU 300 Endfest eingeklebt.
Später wurde das ganze in Form geschliffen und wie das Schanzkleid mit
Porenfüller versehen. |

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Als
auch diese Arbeit fertig war, begann ich mit Hilfe einer Kupferplatine
ein zusätzliches Schanzkleid für den Bug zu fertigen. Denn der Rumpf
sollte ja weder als HERCULES II noch als THAMES IV zu erkennen sein. Zum Schluss wurde der komplette
Rumpf entfettet und mit feinem Schleifpapier bearbeitet um eine gute
Haftung, für Haftgrund und die anschließenden Lacke, zu
gewährleisten. |
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Der
Rumpf wurde danach von innen wie auch von außen mit 1K Autolack in
Tiefmattschwarz lackiert. Das Unterwasserschiff wurde dann mit 1K
Autolack in Grün und mit rotem Absatz lackiert. Danach ließ ich
erstmal alles liegen und gut austrocknen. |

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Fragen an Hauke Behn
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